Baufinanzierung Zinsen, Zinssatz und Entwicklung, Prognose

Hier erfahren Sie mehr zum Thema Baufinanzierung und Zinsen sowie zum Zinssatz und der Entwicklung in Deutschland bzw. zur zukünftigen Prognose vom Zinsumfeld in Europa und der USA.

Baufinanzierung und Zinsen sowie zum Zinssatz der Entwicklung in Deutschland bzw. der zukünftigen Prognosen im Zinsumfeld Europa und USA.

Wie hoch sind die Zinsen für die Baufinanzierung?

Die Zinsen für eine Baufinanzierung verharren auch im Frühjahr 2021 auf einem historischen Tiefststand. Bei einer fünfjährigen Bindung an den Sollzins wäre eine Baufinanzierung schon für einen effektiven Jahreszins von 0,51 % zu haben. Das ist sensationell günstig, jedoch eine Momentaufnahme. Es gilt daher, sich allgemein Klarheit darüber zu verschaffen, wovon die Zinsen für eine Baufinanzierung abhängen.

Die Zinsen für die Baufinanzierung und deren Faktoren

Unter anderem finden Sie diese Faktoren, welche für die Zinsen der Baufinanzierung verantwortlich sind:

  • Die Höhe des Darlehens.
  • Der Beleihungswert bzw. der Anteil des Eigenkapitals.
  • Die Dauer der Sollzinsbindung, also 5, 20, 15 oder sogar 20 Jahre.
  • Der jeweilige Anbieter vom Darlehen.
  • Sowie die Solvenz oder Bonität des Kreditnehmers

Generell gilt, dass ein hoher Wert für die Beleihung und eine lange Sollzinsbindung ebenso wie eine eher schwache Bonität des Kreditnehmers am ehesten die Zinsen verteuern. Die Höhe des Darlehens kann, muss aber keinen signifikanten Einfluss haben, wenn der Beleihungswert bspw. nur 50 % beträgt, weil der Finanzierer die Hälfte der Summe als Eigenkapital aufbringt. Zusätzlich, wenn die Sollzinsbindung nur kurz ist, bspw. drei bis fünf Jahre, und wenn es sich um einen sehr solventen Kreditnehmer handelt. Treffen alle diese Bedingungen zu, dann könnte auch ein sehr hohes Darlehen äußerst günstig zu haben sein.

Was ist von aktuellen Zinsangeboten zu halten?

Die publizierten Zinsen verstehen sich stets als sogen. Bestzinsen, die optimale Bedingungen vonseiten des Kreditnehmers bei dessen Aufnahme vom Darlehen voraussetzen. Sie sind daher immer als Beispiel zu sehen. Für eine indikative Zinsberechnung, bei der die persönlichen Voraussetzungen geprüft werden, stellen die Anbieter Online-Rechner zur Verfügung. Ein konkretes Angebot kann es nur nach Prüfung aller Unterlagen bei der Baufinanzierung geben. Dazu gehören:

  • die Unterlagen zum Objekt, das finanziert werden soll
  • die Unterlagen zu den Einkommen und Vermögen des Kreditnehmers
  • der Stand des Eigenkapitals
  • konkrete Vorstellungen zur Sollzinsbindung
  • die gewünschte Höhe vom Kredit
  • der Wert der Beleihung

Die Zinsen unterscheiden sich auch, je nach der Region, wo die Finanzierung aufgenommen wird. Zudem werden oftmals verschiedene Zinsen für die Erst- und die Anschlussfinanzierung nach dem Ablauf der Sollzinsbindung verlangt.

Wie war die Zinsentwicklung von 1967 – 2021?

Baufinanzierung Zinsen von 1967 - 2021 Zinsentwicklung letzte 55 Jahre
Baufinanzierung Zinsen von 1967 – 2021 Zinsentwicklung letzte 55 Jahre

Eine weitere Übersicht zu den Zinsen für Wohnungsbaukredite an private Haushalte oder Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke erhalten Sie bei der Bundesbank als PDF.  In diesem Dokument finden Sie in tabellarischer Darstellung die Zinsen der Jahre 1967 – 2021.

Wie sieht die Prognose der Zinsen für die Baufinanzierung aus?

Es stehen Prognosen für die Entwicklung der Zinsen bei der Baufinanzierung zur Verfügung. Diese basieren auf der historischen Entwicklung der Zinsen, die allerdings nur bedingt Rückschlüsse auf die kommenden Jahre zulässt. Generell gilt: Solange die EZB an ihrer Null- oder Niedrigzinspolitik festhält, sind auch sehr niedrige Zinsen für die Baufinanzierung zu erwarten.

Das Zinsumfeld

In den Jahren 2017 und 2018 galt das niedrige Zinsumfeld als unsicher, weil die US-amerikanische Fed langsam wieder die Leitzinsen erhöhte. Im Jahr 2019 wurden die Zinsen wieder gesenkt, um einem drohenden Abschwung der Wirtschaft vorzubeugen. Evtl. könnten die Zinsen heute auch wieder langfristig steigen, um einer Überhitzung der Wirtschaft entgegen zu wirken (Stand: Juni 2021). Die EZB hat auch in den vergangenen Jahren eisern an ihrer Politik der Nullzinsen festgehalten und auf Grund der Pandemie, wird sich daran wahrscheinlich erstmal nichts ändern. Es sei den die Inflation und die Überhitzung der Wirtschaft in Europa schreitet genauso voran, wie die in den USA. Grundsätzlich sollten künftige Bauherren, die kurz vor ihrem Antrag stehen, die Prognose der Zinsen zeitnah verfolgen. Derzeit steigen auch in Deutschland wieder die Zinsen für Bauvorhaben leicht an.

Die Veränderung der Zinsen für die Baufinanzierung

Das Niveau der Zinsen für die Baufinanzierung ändert sich fast täglich, wenn auch oft nicht sehr stark. Die Kreditinstitute gewähren die Darlehen immer zum aktuellen, marktüblichen Zinssatz. Daher ist der Zeitpunkt, zu welchem ein Bauherr seine Baufinanzierung aufnimmt, für die Zinsen sehr entscheidend.

Die Frist der Zinsbindung beachten!

Wer an die Prognose künftig niedriger Zinsen glaubt, kann eine Baufinanzierung mit einer kurzen Sollzinsbindung abschließen. Dieser Bauherr vermutet, dass er die Finanzierung im Anschluss ähnlich günstig bekommt. Wer daran nicht glaubt, wählt entweder die längere Sollzinsbindung oder sichert sich heute günstige Zinsen mithilfe eines Forward-Darlehens bis zu fünf Jahre im Voraus.

Wie verlässlich können die Prognosen für Zinsen sein?

In Wahrheit kann niemand in die Zukunft schauen. In den letzten Jahren gab es ständig neue Tiefststände bei den Zinsen für die Baufinanzierung. Daher sagten viele Beobachter am Markt schon etwa 2014 eine Zinswende voraus. Heute, im Jahr 2021, wissen wir, dass sie sich geirrt haben. Bei der derzeitigen pandemischen Lage rückt gerade in Europa eine signifikante Erhöhung der Zinsen in weite Ferne. Das liegt an der extrem expansiven Geldpolitik der EZB, die ein künstlich niedriges, nach Meinung der Experten nicht marktgerechtes Zinsniveau schafft. Doch Bauherren können sich darüber freuen, auch wenn Sparer darunter leiden. Die EZB will damit nach Kräften das Wachstum der EU-Volkswirtschaften fördern und die Belastung durch Zinsen der südeuropäischen Schuldenstaaten reduzieren. Da sich an den fundamentalen Verhältnissen so schnell nichts ändert und vor allem die Schulden nicht sinken, wie jüngste Beispiele immer wieder zeigen, ist eine rasche und deutliche Erhöhung der Zinsen extrem unwahrscheinlich.

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